10. März 2010

„Perchè?! Perchè c‘è la mamma, Fede!“ – Die Mammoni und der 8. März

Geschrieben von Eff in Allgemein

Aufregende Wochen! Der Sprachkurs ist vorbei, die Uni hat so richtig begonnen, ich habe den schlimmsten Schneesturm meines Lebens hinter mir und kann schon auf Italienisch fluchen. Und ich wundere mich nicht mehr, wenn ich im Meetlife einen Caffè trinken will. Es ist einfach so, wie es ist. Manchmal muss man nichts bezahlen. Das gleicht sich wieder aus, weil man beim nächsten Mal vielleicht zwei Euro hingibt. Man kann dann solange stehen bleiben wie man will, aber das Wechselgeld bekommt man ganz sicher nicht mehr zu Gesicht.

Der Besuch der ältesten noch existierenden Bank der Welt, in die Monte dei Paschi di Siena, war atemberaubend. Ich kann es kaum in Worte fassen. Dort liegt die erste Kreditkarte aus, original Schuldbriefe von Garibaldi, der sich Geld pumpte und es nie zurückgab, handgeschriebene Kontoführungsbücher aus dem 15. Jahrhundert (handgeschrieben!) und ein Reichtum an Gemälden, vergoldeten Kunststücken und eine unglaublich durchdachte Renovierung, datiert auf das 17. Jahrhundert – was man fast nicht glauben kann, da es nahezu modern wirkt. Die Krönung war der Aufstieg aufs Dach und der Blick auf Siena. Die Male, in denen ich einfach nicht mal ansatzweise dran gedachte habe, meine Kamera zu benutzten, weil man einen solchen Moment gar nicht einfangen kann, kann ich an einer Hand abzählen. Dieser Tag aber war einer davon. Die letzten Kurstage gingen dann auch sehr schnell vorbei. Mittwochnachmittag war der schriftliche Test und am nächsten Tag die mündliche Prüfung. Da konnten wir uns ein Thema aussuchen und ich habe erstmal über meinen schrecklichen Ohrwurm geredet. Das hätte ich nicht tun sollen, denn danach hatte ich ihn wieder zwei Tage im Kopf.
Viele sind nach der Prüfung auch tatsächlich direkt wieder nach Hause gefahren und geflogen. Bis gestern wussten wir alle nicht, ob Carlos sicher und gut in Chile angekommen ist und wie er seine Familie nach dem Erdbeben vorgefunden hat – er ist direkt einen Tag danach geflogen. Dann erreichte uns aber eine Rundmail – ihm und seiner Familie geht es gut, aber was er über die Situation dort schreibt ist unfassbar. Ihm kommt der Sprachkurs nun erst recht wie ein kleines Märchen vor.

Die Uni hier hat begonnen. Am Anfang habe ich fast nichts verstanden, aber mittlerweile geht es gut! Für einen Kurs muss ich nichts tun und auch nicht wirklich anwesend sein, für einen anderen scheint die Arbeit für die Prüfung ins Unermessliche zu steigen.. und in meinen Politikkurs bin ich verliebt. Dort sind wir zu acht. Sechs Erasmus und zwei Italiener. Der Professor ist Herr Corner und redet mit einem wunderherrlichen britischen Akzent Italienisch. Noch dazu sehr langsam. Das ist ziemlich unterhaltsam und gleichzeitig interessant, da verzeiht man auch die viel zu frühe Zeit der Vorlesung!

Meine Literatur- und Kulturwissenschaftsvorlesungen habe ich in einer ehemaligen Nervenklinik. Ich wusste das auch – steht ja auch dran – aber irgendwie habe ich es dann wieder vergessen. Als ich dann in der Pause durch die Gänge marschiert bin, beschlich mich aber ein ganz seltsames Gefühl. Breite Gänge aber sehr schmale Räume, alles behindertengerecht und so weitläufig! Als ich dann daran erinnert wurde, dass es ja auch mal eine Nervenklinik war, hatte ich eine ziemliche Ganzkörpergänsehaut. Eine andere Vorlesung habe ich in einem Gebäude, dass man auch durch die Rückseite einer Kirche betreten kann. Läuft man dann auf der anderen Seite des Gebäudes hinaus, schnappt man erstmal nach Luft, hier seht ihr warum:

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Während in Deutschland, wie Annemarie so schön sagte, der Winter abbricht, bricht er hier in Italien wohl gerne ein. Gestern marschierte ich durch den schlimmsten Schneesturm meines Lebens. Mein knallgelber Regenschirm war binnen Sekunden nicht mehr zu gebrauchen, meine Haare gefroren, mein Mantel weiß, meine Finger blau, die Füße nass und die halbe Stadt gesperrt. Sogar die Ampeln waren ausgefallen.
Für nächste Woche jedoch sind 17°C angesagt. Wenn es bei uns der April ist, der macht was er will, so ist es in Italien: „Marzo, un po‘ pazzo.“

Die Woche, übrigens, hätte nicht schöner beginnen können. Als ich am Montag aufstand, wurde ich nicht nur mit Buongiorno begrüßt, sondern auch mit: „tanti auguri, Fede“ und Küsschen links und rechts und Umarmung. Da ich eindeutig so aussah, als ob ich nicht wüsste, wie mir geschieht, mussten meine Mitbewohner mir erklären, dass es doch Tag der Frauen sei! Das wusste ich natürlich eigentlich – wurde aber noch nie beglückwünscht. Egal wo man an diesem Tag als Frau hinkam – überall wurde man mit einem ,Alles Gute!‘ angestrahlt. Das war richtig schön!
Um noch ein klein wenig Klischeearbeit zu leisten, beende ich diesen Blogeintrag mit der Bestätigung der so genannten italienischen Mammoni. Auf Regierungsebene wird schon darüber nachgedacht, ob man den Genießern des italienischen „Hotel Mama“ eine beachtliche Summe Startgeld bietet, wenn sie vor ihrem 30. Geburtstag das Haus verlassen. Aber auch wenn sie diesen Schritt geschafft haben, ereignen sich Gespräche wie das Folgende:

„Sag mal, Antonio, warum fährst du eigentlich jedes Wochenende nach Hause?“
„Mmh, ma, Fede, warum nicht??“
„Naja, dieses Wochenende musst du doch zum Beispiel so viel lernen!“
„Ja, aber, Fede- c‘è la mamma!“
„C‘è la mamma?“
„Ma, sì, vado a casa perchè c‘è la mamma!!“ (Er fährt nach Hause, denn nur dort hat er seine Mutter um sich.)

Ich musste lachen, das war aber wohl in Ordnung.

Liebste Grüße!
Eure Friedi.

21. Februar 2010

„Le mani, le mani che sanno parlare…“

Geschrieben von Eff in Allgemein

… der schlimmste Ohrwurm meines Lebens. Um meinen Ohrwurm zu beschreiben, greife ich lieber zu dem italienischen Wort für Ohrwurm: ,tormentone‘. Das kommt von ,tormentare‘ und bedeutet nichts anderes als quälen und piesacken. Unsere Professoressa Mariella meint es immer gut mit uns und versucht ihren Unterricht abwechslungsreich zu gestalten, was ihr auch hervorragend gelingt – nur mit diesem Lied Mani – Eduardo de Crescenzo (ja, klickt ruhig auf den Link…) ging sie zu weit. Der komplette Kurs hatte es drei ganze Tage im Kopf – leider nur den oben zitierten Satz.

Die kommende Woche schließe ich den Sprachkurs auch schon ab, was mich nicht unbedingt freut, denn das heißt, dass man sich nun nicht mehr regelmäßig sieht. Manche bleiben noch hier um zu studieren, aber ein großer Teil geht in ein paar Wochen wieder zurück nach Hause, da sie nur für den Sprachkurs hier waren. Die italienische Regierungen hat einer großen Gruppe Südamerikanern einen 6wöchigen Aufenthalt geschenkt (mit allem drum und dran) da sie italienische Vorfahren haben und ihre Wurzeln kennen lernen sollten. Ich war noch nie mit so vielen verschiedenen Nationalitäten in einem Raum und ich habe es genossen so viel zu lachen und zu lernen und auch manchmal vor Ehrfurcht zu erstarren. Beispielsweise als unsere älteste Kursteilnehmerin Margareta aus Argentinien (72 Jahre alt), nach einem italienischen Film über Pablo Neruda im sizilianischen Exil zum besten gab, dass ihr Mann, ehemaliger argentinischer Botschafter, mit Pablo Neruda befreundet war und auch sie ihn kennenlernen konnte – oder als Giulia beschrieben hat, wie sie nach 46 Tagen Fußmarsch und Autostopp am Ziel angekommen war und auf Machu Picchu heruntergeblickt hat. Das löste eine Komplettgänsehaut im ganzen Kurs aus, man hat es förmlich knistern hören können.

Andererseits ist es nett, dass der Sprachkurs aufhört, da ich auch nicht mehr Tage hätte schwänzen können. Morgens um sieben aufstehen stellt eine Herausforderung dar, die ich sehr unterschätzt habe. Vor allem, da der Herr in der Wohnung über mir zur gleichen Zeit aufsteht und demnach auch zur gleichen Zeit wie ich duschen will. Ich frage mich, ob sein Wasser auch kalt ist. Ich glaube, nein. Ich zittere immer ziemlich lange unter dem kalten Wasser in der Hoffnung, dass er diesen Morgen vielleicht nicht so lange duscht und ich noch etwas heißes Wasser bekomme.. ich habe immer resigniert.
Nett war heute morgen auch das Geheimnis des zertrümmerten Klodeckels im Bad. Wie sich später herausstellte, musste Antonio den Abend vorher auf mein Bad zum Duschen ausweichen, da Simone wieder gefühlte 4 (tatsächliche 2) Stunden im anderen Bad verbracht hat. Antonio war deshalb so unter Stress, dass er seiner Schilderung nach durchs Bad rutschte und im verzweifelten Kampf des Nichthinfallens die Klobrille mit sich riss.

Dieses Wochenende habe ich ganz ruhig verbracht, da mir meine Italienreise des letzten Wochenendes die ganze Woche über noch in den Knochen steckte. Oh Gott Ich liebe Zugfahren mit trenitalia! Wie kann das nur so billig sein! Letzte Woche Samstag war ich in Florenz und habe dort 3 Freundinnen aus Australien getroffen, die ich seit über 4 Jahren nicht gesehen hatte. Das war so unglaublich schön, dass ich am nächsten Tag auch noch ganz spontan mit ihnen nach Pisa gefahren bin.. Gesehen habe ich in beiden Städten nicht viel, sondern habe mich eher immer treiben lassen mit den anderen, denn für die Touristenausflüge habe ich ja noch jede Menge Zeit. Obwohl ich glaube, dass der Touristenausflug nach Florenz eher Qual als Freude wird – vielleicht fahre ich auch nur zum Shoppen hin (es gibt keinen H&M in Siena) denn Florenz hat mir gar nicht gefallen, leider. Die Stadt ist so voll. Und so teuer. Und so voll. Das schon im Februar! Ich war nach dem Samstag unglaublich froh, dass ich mir Siena ausgesucht habe und nicht Florenz. Ich glaube, ich habe dort nicht einen Italiener gesehen. Trotz der Schönheit der Stadt war sie mir einfach nicht sympathisch. Pisa hingegen, abgesehen von den Touristenfängern, die einem ständig versuchen Dinge um das Handgelenk zu binden, hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn ich mich schon wieder gewundert habe, wie klein der schiefe Turm ist – und trotzdem so berühmt. Das bleibt er wohl auch noch eine Weile, denn nach den neusten Nachbesserungen fällt er erst in circa 500 Jahren um – wenn nichts dazwischen kommt.

Am schönsten ist es aber dennoch in Siena. Davon könnt ihr euch beim Fotovergleich auch selbst überzeugen: http://www.facebook.com/photo.php?pid=942710&l=dbc435c21e&id=1346426331

Hier isst man auch am besten! Ich bin immer noch begeistert, wie unglaublich viel (Brötchen, Joghurt, Obst, Salat/ 2 primi piatti, 1 Hauptspeise, Nachtisch und Trinken soviel wie man will…) man in der Mensa für 2,50 € bekommt. Aber man bekommt nicht nur viel – es ist auch noch unfassbar lecker. Ich zehre davon den ganzen Tag, zwei Mal Mensa am Tag schafft man nicht. Zumindest ich nicht.
Morgen besuche ich mit meinem Kurs die älteste Bank der Welt – Monte dei Paschi di Siena, gegründet 1472. Da war Columbus noch nicht mal in Amerika!
Bestimmt gibt es dann auch viel über die Stadtgeschichte zu hören. Hört man einen Senesen reden, bekommt man das Gefühl, dass der Palio, der jeweils am 2. Juli und 16. August stattfindet (an diesen Tagen hat auch die Uni geschlossen und die Geschäfte haben zu) das allerwichtigste überhaupt ist. Am Palio, der auf der Piazza del Campo (Foto vom letzten Eintrag) stattfindet, treten die verschiedenen Stadtbezirke, die Contraden (17 an der Zahl), in Form eines Pferderennens gegeneinander an. Jede Contrada ist nach einem Tier benannt und hat eine eigene Contradenkneipe und auch Kirche, in der das Pferd, welches für die Contrada antritt, gesegnet wird. Lässt das Pferd noch in der Kirche einen Apfel plumpsen, gilt das Rennen als schon so gut wie gewonnen! Ich bin sehr gespannt auf den Juli.

In diesem Sinne!
Einen wunderschönen Wochenbeginn, hoffentlich mit soviel Sonne wie sie es hier die letzten Tage gab!
Eure Eff.

9. Februar 2010

Eff im Wunderland

Geschrieben von Eff in Allgemein

Eine gute Woche bella Italia! Wie ich es liebe. Und wie viel ich mich schon wundern musste.
Die Woche des Wunderns begann am Dienstag, als ich zu meinem Sprachtest musste. Ich wohnte erst ca. 12 Stunden in meinem neuen Zimmer und hatte, wie immer, etwas Angst, das alles nicht zu finden und darum: wollte ich lieber ausgeruht und auf jeden Fall lieber früher als später da sein. Simone legte mir deshalb ans Herz, den Bus um 7:58 zu nehmen – der direkt vor der Hoftür fahren würde. Als ich ihn fragte, wo ich ein Busticket kaufen könnte meinte er auch ganz zuversichtlich: „natürlich im Bus… wo sonst… eh… ich fahr ja immer nur mit der macchina!“ Um Punkt 7:50 (Ich dachte noch: „Mensch Eff, viel zu früh, weil ja Bushaltestelle DIREKT vor der Tür…“) verließ ich das Haus. Wie sich herausstellte – keine Sekunde zu spät. Ja. Dann bin ich fast gestorben.
Ich marschierte aus der Wohnungstür, marschierte danach weiterhin selbstbewusst aus der Haustür.. und wollte genauso selbstbewusst auch aus der Hoftür spazieren. Doch die war zu. Die ging nicht auf. Da stand ich vor. Und kam nicht raus. Und wunderte mich. Die Bushaltestelle ist netterweise wirklich direkt vor dieser Hoftür. Ich wurde angestarrt. Aber ich kam da nicht RAUS. Es schoss der erste Adrenalinstoß durchs Blut und ich dachte – okay, geh zurück und drück auf den Summer, den es innen neben dem Lichtschalter gibt. Das hätte ich auch gern getan. Nur ließ sich mit meinem noch nie ausprobierten und neu nachgemachten Schlüssel die Haustür nicht aufschließen. Auch das wurde von der Bushaltestelle aus beobachtet. Mir blieb nichts anderes übrig als zurück zum störrischen Hoftor zu gehen und zu sagen:
„Scusi, ma non puoi uscire.“
Ich dachte, ich habe gesagt: „Entschuldigen Sie, aber ich komme nicht raus!“
Was ich aber gesagt hab, war: „Entschuldigen Sie, du kommst nicht raus.“
Vor Aufregung und mit roten Backen weil SPRACHTEST habe ich “ich kann” mit “du kannst” verwechselt und wurde dementsprechend angewundert. Einer hat sich erbarmt und meinte: „Hä? Ich?“ Und ich dachte noch so bei mir – Ist der dumm? Wer steht denn hinter dem Tor? – „Ne, Ich komm nicht raus!“
Dann fiel mir mein Fehler auf, den ich versucht durch Ignorieren zu überspielen. Ich habe dann meinen Schlüssel durchs Gatter gereicht und mir wurde aufgeschlossen. Zu meiner Verteidigung: die Elektrik am Tor ist tatsächlich kaputt. Sobald ich befreit war, kam auch sofort der Bus. Doch - ich hatte ja noch kein Busticket, was ja auch eigentlich laut Simone kein Problem sein sollte. Darauf hab ich mich ja verlassen. Als ich im Bus fragte, wurde ich aber erneut seltsam angeschaut. Die Busfahrerin war jedoch sehr nett und fuhr mich und alle anderen Fahrgäste (auch die vom Hoftor) des vollbesetzten Busses zur nächsten tabaccheria, wo sie mich aussteigen ließ und mir verständlich machte, dass ich mir dort ein Ticket kaufen soll, ja, WÄHREND der Bus auf mich wartete.
Ich habe den Rest der Fahrt nicht einmal mehr hoch geguckt.

Trotz der morgendlichen Sprachschwierigkeiten lief der Sprachtest wie von Wunderhand gut und ich bin in einer sehr witzigen, unglaublich bunt gemischten Gruppe. Von Montag bis Freitag, 5 Stunden, maximal 15 Minuten Pause, 3 Wochen lang. Ich bin die einzige Deutsche, es gibt noch 3 Österreicher, einen Spanier, 5 aus Südamerika, einen aus Australien, 2 aus London… und selbst wenn wir abends weggehen reden wir auf Italienisch, weil sonst ja immer einer nichts versteht. Durch den Sprachkurs, den Kontakt mit den anderen und mit meinen Mitbewohnern und durch Berlusconis Fernsehsender habe ich jeden Tag das Gefühl besser zu werden. Ich denke, mittlerweile wäre ich dem vergangenen Dienstagmorgen gewachsen. Zur Seite stehen mir zwei Schweizerinnen aus einem anderen Sprachkurs mit denen ich viel mache und auch sonst stößt man hier an jeder Ecke auf Hilfsbereitschaft, die einen taumeln lässt.
Dienstag- und Freitagabend habe ich auch das Nachtleben in Siena erleben können, was keineswegs so trist ist, wie ich es im Vorfeld gelesen hatte! Es gibt ein, zwei kleine Clubs und unglaublich viele Bars – auch wenn Siena irgendwie ein kleines Dorf ist. Schon nach einer Woche läuft man durch die Gässchen und trifft ständig Leute, die man schon kennt und ich fühle mich bei Küsschen links und Küsschen rechts auf offener Gasse einfach herrlich italienisch.
Genauso fühle ich mich auch, weil ich nun lebenslange Besitzerin eines „Codice fiscale“ bin – den ich wegen des Mietvertrages brauche. Weder meine Steuernummer noch sämtliche Nummern auf meinem Personalausweis werden dem codice fiscale gerecht. Ich habe keinen blassen Schimmer, was das ist. Das lässt mich wundern.

Ebenso lässt mich wundern, wie lange ich es aushalten werde, ohne den HelloKitty-Shop zu stürmen.

Ich habe meine erste Woche sehr genossen – im Nachhinein sogar auch den Dienstagmorgen. Ich laufe hier sehr viel, da noch alles so neu für mich ist und ich unglaublich viele neue Dinge sehe und wunderschöne Ecken entdecke.
Auch ist Siena doch, was die Sicherheit betrifft, ganz anders als Mailand. Unsere Professoressa Mariella hat uns gesagt, dass wir auch Nachts unseren Koffer mitten auf dem Piazza del Campo stehen lassen können – am nächsten Morgen sei er eher voller als leerer.

Ich schicke ein wenig Sonne vom Palio, Piazza del Campo, nach Deutschland und freue mich sehr auf meinen ersten Besuch Mitte März!

Eure Eff, verwundert und verzaubert.

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31. Januar 2010

Das Sienamärchen

Geschrieben von Eff in Allgemein

Ciao ragazzi!

Die Eff ist gut angekommen, trotz Flug-in-Frankfurt-fällt-aus-wegen-keiner-weiß-warum und tränenreichem Abschied. In Pisa bin ich jedoch fast gestorben, weil der Koffer so schwer war – aber beim Einsteigen in den Zug und auch beim Umsteigen in Empoli haben mir immer nette Herren geholfen und jeder dieser Herren hat mich schnaufend gefragt, ob ich da vielleicht nur Bücher drin habe. In Siena angekommen habe ich ratlos am Bahnhof gesessen, sah einen Bus nach dem anderen kommen und wegfahren und wollte schon einfach ein Taxi nehmen, als ein Herr, geschätzte 70 Jahre auf mich zu kam. Ab diesem Zeitpunkt begann mein Sienamärchen, dass mich so an Annes Kiewmärchen erinnerte. Mario (der alte Herr) wollte nichts vom Taxi hören und quetsche mich mitsamt meinem Koffer in seinen Cinquecento. Ich glaube, ich hatte es da mit dem Autophänomen à la Harry Potter zu tun, denn magischer Weise passte der Koffer in das Auto. Das Auto wurde wie von Zauberhand größer, sobald man eingestiegen war. In meiner Erstunterkunft angekommen, packte ich ein bisschen aus und rief dann Davide an, mit dem ich per Mail ausgemacht hatte, dass ich am Freitag wegen dem Zimmer vorbei schaue. Und das Märchen nahm seinen Lauf.
Es war so nett! Ich habe ein Einzelzimmer mit Balkon und Schrank, Bett und Tisch (was will man mehr?). Die Wohnung ist im zweiten Stock, es gibt eine große Küche und ein großes Wohnzimmer und zwei Bäder. Sofort haben Antonio und Davide gesagt, dass sie mir ein Bad überlassen, wenn ich einziehe. Das fand ich schrecklich nett. Auch finden sie Besuch bekommen ganz wunderbar und sie feiern gerne. Sie meinten, dass sie gerne alle zusammen kochen würden und oft sei ihre Wohnung der Treffpunkt, bevor man entweder loszieht oder doch manchmal einfach bleibt. Das kam mir so bekannt vor, dass ich schon da zusagen wollte. Fest zugesagt hab ich aber erst, nachdem Davide mich gefragt hat, ob ich schon Freunde in Siena habe (äh nein, erster Tag?) und ich: nein, noch nicht, woraufhin Antonio sagte: doch klar, drei hast du schon mal! Damit war es entschieden. Am Montag bekomm ich die Schlüssel. Ich freue mich unglaublich! Der Preis ist wunderbar (mehr als in Osnabrück aber angemessen für Siena) und es liegt auch fuori le mura (außerhalb der Stadtmauern) aber in einer Viertelstunde ist man zur Porta Camollia gelaufen und wenn man durch das Tor gegangen ist, ist man ehe man sich versieht nach zehn Minuten Weg (auf dem man nur „aaaah“ und „ooooh“ sagen will) auf dem Palio, dem Piazza del Campo. In einer Seitengasse des Palio habe ich auch schon mein Lieblingscafé entdeckt. Das Mädchen hat mich für den zweiten Kaffee nur noch die Hälfte bezahlen lassen und es kam Musik- die kann nur ICH ausgewählt haben.

Mein erstes Fazit: ich liebe Siena. Kommt, und seht alle selbst.

Ich werde mich jetzt bald wieder aus diesem dubiosen Internetcafé verabschieden und hoffe, euch allen geht es gut!
Das Effchen

26. Januar 2010

Die Eff in Siena

Geschrieben von Eff in Allgemein

Klein Friedi ist also nun auf Reisen. Bzw. im wunderschönen Siena.

Mit diesem Blog, so hoffe ich jedenfalls, wird sie in der wunderbaren Tradition der Kaffromane lustige Geschichten und Erlebnisse aus Bella Italia schreiben.

Liebe Friedi,

ganz viel Spaß, viel Erfahrung, viel Glück, viel Sonne … viel Italien. Schreib schön fleißig, studier schön fleißig und vor allem feier auf italienisch – fleißig. Aber: Fahr nicht betrunken Auto, auch wenn denen das allen egal ist und komm heil wieder heim:) Sei froh, dass du dem dämlichen Faschingstreiben hier entgehen kannst (du bist doch so ein Karnevalist!) und hoffe auf ein baldiges Ende des Schnee-Chaoses.

We love you….never forget the girls…. We will visit you….

And for all. If there is any problem, you think, you cannot handle…. just be awesome.